Montag, 14. Februar 2011

USA Reise die Zweite

Bereits Anfang der letzten Woche konnte ich feststellen, dass ich schon wieder urlaubsreif bin. Normalerweise fahre ich mit dem Rad nach der Arbeit einkaufen, schließe selbiges vorher an und hänge den Helm an den Einkaufswagen. Diesmal brachte ich es tatsächlich fertig, den Helm ans Rad zu hängen und den Einkaufswagen anzuschließen. Ich war offenbar noch in Gedanken auf Arbeit und dass Männer nicht multitaskingfähig sind, ist ja bekannt. Eine bessere Ausrede fällt mir jetzt auch nicht ein. Aber vielleicht beruhigt es den ein oder anderen, der auch manchmal glaubt, dass es bei ihm nicht mehr ganz stimmt.
So kommt es gerade recht, dass meine Eltern und Geschwister mich in den nächsten zwei Wochen besuchen. Ich holte sie also am Samstagnachmittag in Los Angeles ab. Diesmal alles ohne wetterbedingte Verzögerungen und so weiter. Wir übernachteten in Hollywood. Mein Vater brachte es in seinem immer vorhandenen Verbesserungsdrang fertig, das Klo von außen zu verriegeln. Die Türbeschläge waren kurz vorm abfallen und er versuchte sie wieder festzuschrauben. Dabei betätigte er den Schließmechanismus und schob anschließend die Tür von außen zu. Die amerikanischen Schlosskonstrukteure scheinen eine solch unsachgemäße Bedienung nicht auf dem Plan gehabt zu haben, sodass die Tür anschließend zu war. Der Herr an der Rezeption versuchte das Problem mit einem Kleiderhaken zu lösen, was aber mehr oder weniger ein lächerlicher Versuch war. Nachdem wir mal wieder festgestellt hatten, dass amerikanische „five minutes“, eine dreiviertel Stunde sein können, kam ein anderer Hotelbediensteter und nahm das ganze Schloss auseinander. Im Ernstfall kann man also nur die Tür eintreten …
Kaktus im Joshua Tree National Park
Nach der Lösung dieses Problems konnten wir dann endlich dringenden Bedürfnissen nachgehen und der Fortgang der Reise war gesichert. Wir wollen noch mal eine ähnliche Tour wie mit Eric und Kristin machen. Viel mehr Möglichkeiten, Grand Canyon, Yosemite und San Francisco in einer Reise unterzubringen gibt es ja auch nicht. Diesmal statteten wir noch dem Joshua Tree National Park einen Besuch ab und übernachteten gestern wieder in dem tollen Hotel am Lake Havasu. Heute Morgen konnte ich die Viskosität von Honig live erleben. Die Flasche war in meinem Rucksack umgefallen. Mein Taschenrechner hatte eine Honigglasur erhalten und der Rucksack hat jetzt eine Haftbeschichtung. Zum Glück hat man eine Mutter dabei, die solche Probleme schnell und fachgerecht löst.
Auf der Fahrt heute zum Grand Canyon zählten wir mal wieder die Waggons der Züge an der Route 66. Mein Bruder Immanuel machte ein schwerwiegendes mathematisches Problem aus der Bestimmung der Zuglänge. Wir mussten verschiedene Möglichkeiten der Zuglängenbestimmung aus dem schneller fahrenden Autos heraus ausdiskutieren. Wir fanden keinen Weg, das Ganze rauszukriegen, ohne anzunehmen, dass die Züge in beiden Richtungen mit gleicher Geschwindigkeit fahren. Daher wählten wir dann doch die Amateurvariante und fuhren erst mit gleicher Geschwindigkeit neben dem Zug her um die Geschwindigkeit zu bestimmen. Um die Rechnung nicht weiter zu verkomplizieren, hielten wir anschließend auf dem Seitenstreifen an und nahmen die Zeit. Nachdem mein Bruder mittlerweile alle erforderlichen Rechnungen und Konvertierungen zur Zufriedenheit durchgeführt hat, sind wir nun stolz, bekannt geben zu können, dass der Zug 2,3 Meilen lang war und 183 Waggons hatte.
Zug an der Route 66
Die weitere Reise zum Grand Canyon verlief bei allerbestem Sommerwetter recht kurzweilig. Da Immanuel komplett auf dem Ökotrip ist, verbrachten wie eine Stunde damit über Sinn und Unsinn des Tagfahrlichts zu diskutieren und Verbesserungsmöglichkeiten sowie Ökobilanz einer Lichtmaschine auswerten. Die Fronten diesbezüglich sind etwas verhärtet und ein Konsens ist leider nicht absehbar.
Den Sonnenuntergang am Grand Canyon verpassten wir knapp, hatten aber dennoch einen tollen ersten Blick in den Canyon. Morgen heißt es dann wieder Wanderschuhe schnallen. Da meine Schwester mit einer (zum Glück besser werdenden) Erkältung zu tun hat, wird es wohl auf eine Tempogruppe und ein Gruppetto hinaus laufen. Mein Bruder ist ja schon ganz heiß darauf, eine neue Rekordzeit für Auf- und Abstieg aufzustellen. Da ich alles schon mal gesehen habe, werde ich wohl den Besenwagen spielen.

Grand Canyon


Sonntag, 6. Februar 2011

Zweimal knapp daneben

Dieses Wochenende fuhr ich mit dem UCSB-Straßenradteam in Richtung San Diego. Im Freitagnachmittagsverkehr blieben wir natürlich erstmal in Los Angeles stecken. Nachdem wir das hinter uns gebracht hatten, ging es ins nirgendwo. Das Straßenrennen sollte tatsächlich am Samstag in der Wüste ausgetragen werden. Wir übernachteten in einem Ort, der aus zwei Frühstückslokalen und unserem Hotel bestand. Gerade als wir eingeschlafen waren, klopfte es an unserer Tür. Irgendwie gab es eine Diskrepanz zwischen der Zahl der gebuchten Hotelbetten und der Anzahl der anwesenden Teammitglieder. Für den Kollegen aus Fernost, der uns von nun an Gesellschaft leistete, war es sicher das erste Rennwochenende. Er war jedenfalls etwas desorientiert. Pünktlich nachts 4:30 Uhr ging das Licht an und er sagte "Jungs, Zeit zum Aufstehen". Wir antworteten schlaftrunken im Chor "Unser Rennen ist 12:30 Uhr". Wir hatten ihm das schon am Vorabend in böser Vorausahnung gesagt. Schließlich sollte die Kategorie D irgendwann früh um 6:30 Uhr starten (Minusgrade inklusive). Alles weitere verlief dann aber reibungslos. Der Kurs bestand aus einer dreimal zu durchfahrenden 22-Meilen-Runde mit einer langen Abfahrt, einer Rollerpassage und einem langen Berg. Nicht viele Fahrer hatten es bis in die Wüste geschafft, sodass schon am Start klar war, dass es ein Duell UCSB gegen Cal Poly San Luis Obispo werden würde. Letztere haben traditionell einige starke Straßenfahrer im Team. Aufgrund meiner Cross-Country-Vorstellungen hatte man scheinbar etwas Respekt vor mir. Das drückte sich darin aus, dass die ganze Zeit ihr stärkster Fahrer, John Bennett (bis ins Juniorenalter auch im Cross-Country-Weltcup aktiv), mein Schatten zu sein schien. Ich tat es ihm gleich und war sein Schatten. Aufgrund der wenigen Teilnehmer, gab es einige taktisch merkwürdige Situationen. Eine verpasste Attacke sollte hier den Unterschied zwischen Spitzengruppe und Gruppetto ausmachen. Ich fühlte mich nicht besonders. Das war auch kein Wunder, da ich bisher hauptsächliche Grundlage trainiert habe. Dennoch initiierte ich die rennentscheidende Gruppe. Sie bestand aus zwei UCSB Fahrern (Stephen Leece und mir), zwei Cal Poly Fahrern (John Bennett und mein alter Bekannter Menso de Jong) und noch einem Fahrer von der UC Los Angeles. Auf der langen Abfahrt der zweiten Runde attackierte Letzterer. Stephen und Menso setzten nach. John und ich guckten uns bloß an. Wir eliminierten uns ja praktisch gegenseitig, beim Versuch jeweils der Schatten des anderen zu sein. Er meinte: "Ich denke mein Fahrer ist schneller". Ich antwortete: "Ich denke meiner ist schneller". Wir mussten lachen. Ich war froh mit der Situation, da mir klar war, dass John deutlich stärker als ich war. Leider änderte sich die renntaktische Situation schnell wieder, da Menso einen Platten hatte und damit Stephen und der UCLA-Fahrer allein vorne waren. Das war in dem Fall wirklich ungünstig, da Stephen Menso sehr wahrscheinlich sicher im Griff gehabt hätte und John und ich uns noch eine Weile gegenseitig angeguckt hätten. So aber trat John nun richtig drauf, um das Loch nach vorne zu schließen. Trotz der Tatsache, dass ich ja von nun an dass Recht auf Windschatten hatte, offenbarte sich am Berg meine mangelnde Fitness, sodass ich John ziehen lassen musste. Er schloss zu Stephen auf, während ich die Verfolgung aufnahm. Der UCLA Fahrer platzte bald komplett und wurde durchgereicht. Da gegen Mitte der dritten Runde vorne das taktische Geplänkel los ging, kam ich nochmal fast ran. Letztlich blieb mir aber nichts anderes, als den dritten Platz zu sichern. John gewann den Sprint gegen Stephen. Es hat definitv der stärkste Fahrer gewonnen, aber für uns war es schon ärgerlich, aus einer derartigen taktischen Situation nicht gewonnen zu haben. Im Grunde war ich aber ganz zufrieden mit meiner Leistung. Es ist ja auch erst Ende Januar.
Für Kriterium heute rechnete ich mir nicht viel aus. Mit Danny Katz hatten wir aber einen guten Sprinter im Team, den es zu unterstützen galt. Er war letztlich auch in der entscheidenden Gruppe dabei und sah wie der sichere Sieger aus. Fünf Runden vor Schluss stand er mit gebrochenem Pedal am Straßenrand. Eindeutig zuviel Druck der Mann. Und sehr ärgerlich für uns. Wieder knapp am Sieg vorbei!
Da ich noch nicht wirklich fit für Kriterien bin, rollte ich - von einer Attacke abgesehen - mehr oder weniger nur mit dem Feld um den Kurs.
Die Heimfahrt verlief absolut reibungslos. Die Straßen waren aufgrund des Super-Bowls wie leer gefegt. Wir schafften es auch noch pünktlich zum letzten Quarter, um die Entscheidung zu sehen. Gewonnen haben die Packers, was 50% der Amerikaner in einen Freudentaumel -und 50% ins Tal der Tränen stürzt. Mir persönlich ist es relativ egal. Da fahre ich lieber Rad, als einem Ei hinterher zu rennen ...

Sonntag, 30. Januar 2011

Wieder nasse Füße und dann komplett durch ...

Unter der Woche war wieder nicht viel Nennenswertes los. Es gab irgendwas, was ich schreiben wollte, aber das fällt mir gerade nicht mehr ein. Beim Radfahren hab ich noch 'nen verrückten Dänen getroffen, der angeblich Wohnungen für 120000 Dollar vermietet. Nicht im Jahr, sondern im Monat und auch keine Null zuviel ...
Wegen der Wetterprognose für heute, habe ich meine geplante Mountainbiketour auf gestern verschoben. Ich wollte nochmal zum Little Pine Mountain fahren, da die restlichen Wochenenden hier praktisch schon alle verplant sind. Auf dem Weg den Old San Marcos Pass hoch, traf ich Martina (die damals bei unserer erstklassig geplanten Wanderung mit dabei war) auf dem Rennrad. Kurz darauf hat es mir beim Schalten die Kette zwischen Speichen und Kassette geleiert. Die Diagnose war ziemlich eindeutig: Die Schraube von dem oberen Anschlag war kurz vorm Rausfallen. Das muss irgendwie an der Luft hier liegen, weil mir Selbiges kürzlich auch am Rennrad passiert ist. Da habe ich es aber noch festgestellt, bevor Schlimmeres passiert ist. Diesmal hing die Kette aber wirklich fest. Als ich gesehen habe, wie sich die Kette unter einen Niet der Kassette drunter geklemmt hat, war ich gedanklich schon dabei, die 10 Kilometer bis zur nächsten Bushaltestelle zu schieben bzw. darauf zu warten, dass mich jemand mit nimmt. Außerdem habe ich mir ausgemalt, wie ich in den Bikeshop komme mit 'nem Hinterrad und 'ner dran hängenden Kette in der Hand und darum bitte, das man mir die Kassette abnimmt (Kettenpeitsche und Schlüssel habe ich nicht mit). Nachdem ich 20 Minuten lang die Hebelgesetze der Mechanik mit meinem Multitool bis an die Grenzen ausgelotet hatte, bewegte sich dann doch etwas. Irgendwie ist es mir schließlich unter grober Gewaltanwendung gelungen, die Kette zu befreien. Natürlich fand ich das Kettenschloss nicht mehr (ich hatte die Kette aufgemacht, um das Hinterrad ausbauen zu können). Mir war klar, dass das passieren würde und ich hatte das Schloss deshalb auf meinen Armling gelegt. Diesen hatte ich aber inzwischen zum Öllappen umfunktioniert, wobei das Kettenschloss irgendwo auf der Straße gelandet war. Martina hat das Ding dann zum Glück gefunden ... da hab ich mich mal wieder so richtig zur Feile gemacht. Aber ich war nur froh, doch noch weiter zu können. Weiter ging es dann den Knapp's Castle Trail runter. Das Ding macht von Mal zu Mal mehr Spaß. Diesmal umrundete ich eine ganze Reihe Downhiller, die ziemlich ungläubig geglotzt haben. Das wäre mir peinlich, mit 200 mm Federweg vorne und hinten und Integralhelm von einem Cross-Country-Hardtail mit 100 mm Federweg vorne überholt zu werden. Aber das hat halt meine ausgefeilte Fahrtechnik rausgeholt (Ironie). Die Wasserdurchfahrten im Paradise Valley habe ich diesmal vorsichtshalber alle getragen, um nicht wieder nasse Füße zu bekommen. Der Anstieg zum Little Pine Mountain war durchweg trocken, sodass mein Rad diesmal oben noch genauso viel wog, wie unten. Der Trail ins Tal war aber teilweise durch Erdrutsche etwas verwüstet worden. Im unteren Teil gab es einige Bachdurchquerungen, die es beim letzten Mal nicht gegeben hatte. Bei der allerletzten, passierte dann natürlich das Zwangsläufige. Der letzte Stein vor dem anderen Ufer bekam, als ich ihn betrat, ein kleines Stabilitätsproblem. Damit stand ich mal wieder mit beiden Füßen im Wasser. Wäre ja auch noch gewesen, wenn ich trockenen Fußes zu Hause angekommen wäre ...
Heute früh schüttete es dann, wie angesagt aus Kübeln. Kurz nach elf nutzte ich eine kleine Wolkenlücke, um mit dem Rennrad durchzustarten. Erstaunlicherweise blieb ich eine reichliche Stunden trocken (außer von unten natürlich). Dann hatte ich mal wieder eine dicke Glasscherbe im Reifen stecken. Genau in dem Moment gab es logischerweise auch noch einen Wolkenbruch, was den Schlauchwechsel doppelt schön machte. Als ich wieder losfuhr, hörte es wieder auf. Jedenfalls kurz. Bald darauf entschloss ich mich, doch noch um Lake Casitas, einen größeren See in der Nähe von Ventura drum herum zu fahren. Ein fataler Fehler. Es fing an richtig zu schütten und kalt wurde es dazu auch noch. Man verweichlicht hier halt doch ziemlich schnell. Als ich dann endlich wieder an der Küste besseres Wetter gefunden hatte, wurde mir auch klar, weshalb ich so schnell hier unten war. Auf dem Rückweg hatte ich gegen einen halben Orkan von vorne zu kämpfen, sodass ich beinahe die doppelte Zeit wie sonst üblich benötigte. Am Ende musste ich noch ein Zeitfahren hinlegen, um der Dunkelheit zu entrinnen. Das hat gerade noch so geklappt ... zumindestens war es noch nicht stockduster.
Nächste Woche werde ich aller Voraussicht nach ein Straßenrennen in San Diego fahren. Ich hoffe, dass die bisherige Form ausreicht, um nicht abgehängt zu werden. Die anderen aus dem UCSB Cycling Team trainieren nämlich schon seit drei Monaten wie die Bekloppten. Allerdings müssen die meisten von denen auch noch die nächtlichen Exzesse in Isla Vista kompensieren ...

Sonntag, 23. Januar 2011

Im Westen nichts Neues (außer nasse Füße)

So, da bin ich wieder ... habe ja eine Weile nichts von mir hören lassen. Es gab auch nicht viel Berichtenswertes. Wie angekündigt, muss ich mich ja auch mal um die Arbeit bzw. den Großen Beleg kümmern. Die erste Woche nach dem Urlaub war diesbezüglich sehr produktiv. Wenn es immer so wäre, wäre ich schon längst fertig. Aber drei Wochen Abschalten bringt einen eben auf neue Ideen. Die wesentlichen Erkenntnisse sind auch gewonnen und es geht nur noch darum, alles "eweng schiee ze machn".
Der Teufel steckt hier aber im Detail, sodass die letzte Woche dann doch ziemlich viel Kleinkrieg war. Zwei Tage sind draufgegangen, weil ich mich auf die (falsche) Lösung von jemand anderem verlassen habe. Man kann eben nichts und niemandem vertrauen. Aber Irren ist menschlich, damit muss man leider leben. Immerhin ist es ein gutes Gefühl, wenn man mal nicht selber den Fehler gemacht hat (sonst hätte ich es auch nicht erwähnt).
Das Wetter meint es im Moment mit uns hier sehr gut. Wenn ich nicht ständig Platten hätte, wäre das Radtraining perfekt. Ich neige immer mehr zum Kauf eines Schwalbe Marathon Plus Reifens mit Ultra High Density Guard und Stahlarmierung. Oder vielleicht gleich Vollgummi. Wenn die Radteile hier nur nicht so teuer wären ... ich musste 70 Dollar für einen Conti GP4000S hinlegen, da mein Schwalbe Ultremo leider mal wieder Blasen rausgedrückt hat. Laut Schwalbe ist das Problem ja längst behoben. Aber immerhin musste ich diesmal nicht von Frauenstein bis Dresden auf 'nem ausgebeulten Reifen fahren.
Heute war ich auch seit längerem mal wieder mit dem Mountainbike unterwegs. Die Trails sind staubtrocken und brauchen dementsprechend viel Fingerspitzengefühl. Dafür ist in den Bächen noch mehr als genug Wasser vom vergangenen Regen. So werden einige Straßen nach wie vor von Wasser überspült. So hatte ich heute das einzigartige Erlebnis, auf Eggbeater Pedalen barfuß zu fahren, da ich mir die Füße nicht nass machen wollte. Nach der x-ten Wasserdurchfahrt bin ich dann übermütig geworden und zu folgendem Verfahren übergegangen: Immer nur mit einem Fuß die obere halbe Kurbelumdrehung machen; ausklicken; mit dem anderen Fuß wieder einklicken; die nächste halbe Umdrehung machen; usw. Damit konnte ich vorerst die Tauchphase umgehen. Ich hätte aber mal besser die "slippery when wet"-Schilder ernst genommen. Irgendwie hatte sich auf den überspülten Straßen ein äußerst fieser Film aus Schlamm oder Algen oder was auch immer gebildet. Auf jeden Fall war es so glatt, dass die Strömung an einer Stelle ausreichte, um das Rad quer zur Seite zu schieben. Somit entartete das ganze zur Gleichgewichtsübung. Die Natur hat natürlich gesiegt. Irgendwann ging mir die Straße aus und ich stand mit beiden Beinen im Wasser. Bei 25 Grad Außentemperatur ist das zum Glück kein Beinbruch. Immer wenn das Wasser in den Schuhen angenehm warm war, kam die nächste Wasserdurchfahrt. Von nun an nahm ich aber keine Rücksicht mehr. Da Fließgewässer normalerweise kalt sind, bekam ich also gleich noch Wechselbäder inklusive.
Auf dem Heimweg kam mir noch der junge Herr Zeller entgegen, der mit ein paar anderen Leuten auf dem Weg zum "Frozen Yoghurt" essen war. Ich schloss mich dezent an ...
Gestern durfte ich die Qualität amerikanischer Importprodukte erleben. Und das meine ich ernst. Ich wollte Nudeln mit Käsesoße machen. Dafür hatte ich irgendeinen dänischen Blauschimmel-Käse auftreiben können. Bereits beim Kosten war mir klar, dass das Zeug 'ne echt harte Nummer ist (das ist nicht mal negativ gemeint - der Käse ist nur seeehr würzig; Roquefort ist jedenfalls ein Sch***dreck dagegen). Aber es half ja alles nichts, denn was will ich mit einer halb angefangenen Packung Blauschimmel im Kühlschrank. Also hab ich alles rangeschüttet. Ich habe jetzt für die Woche noch zweimal Spaghetti mit einer Sauce, die sicher Tote zum Leben auferwecken kann ... wenn ihr also nächste Woche nichts mehr von mir hört, wisst ihr, woran es lag.

Sonntag, 9. Januar 2011

Heimflug und LA

Was für eine Mietwagen ...
Nachdem wir unsere Sachen gepackt und noch etwas am Black Sand Beach rum gegammelt hatten, ging es abends dann zum Flughafen nach Hilo. Der Flug hatte etwas Verspätung und so konnten wir in Honolulu direkt in den Flieger nach LA umsteigen. Da bereits alle Passagiere an Bord waren, ging es auch gleich eine ganze Weile vor der geplanten Startzeit los. Durch Rückenwind ging alles noch schneller und wir waren bereits um fünf in LA. Kristin und Erics Flieger sollte erst abends gehen, sodass wir noch ein wenig Zeit hatten, die Stadt anzuschauen. Beim Mietwagen holen erlebten wir gleich zwei Schocks. Der erste war der Preis. Wir mussten sowohl Junglenkerzuschlag bezahlen als auch "One-way"-Zuschlag, da ich mit dem Wagen gleich noch nach Santa Barbara zurückfahren wollte. Ich hatte schon zweimal vorher einen Mietwagen bei der gleichen Autovermietung für die gleiche Strecke und musste beide Male nichts von alledem bezahlen. Sehr mysteriös. Der zweite Schock ereilte uns dann beim Anblick des Autos. Wie kann man nur als Designer an derartiger Geschmacksverirrung leiden? Und wer kauft sowas? Ein Wechsel in den Innenraum brachte auch wenig, da dieser genauso hässlich aussah. Dazu war die Karre noch so lang, dass man fast zwei Lücken zum Parken an der Straße brauchte. Wer denkt, dass dafür viel Platz im Innenraum ist, täuscht sich. Und überdies sieht man durch die viel zu kleinen Fenster nicht viel. Wir brauchten eine Weile um uns von diesem Luxusproblem zu erholen und starteten unsere kleine Stadtrundfahrt.
Des Gouverneurs Hand- und Fußabdrücke
Zuerst waren wir in Hollywood beim Walk of Fame. Der Fußweg mit ein paar Sternen und Namen drauf ist nichts wirklich besonderes, aber man hat es halt mal gesehen. Nach einem erlesenen Croissant zum Frühstück fuhren wir nach Long Beach zur Queen Mary. Der alte Ozean-Dampfer, welcher einst das blaue Band für die schnellste Atlantik-Überquerung gewann, hat auch für heutige Verhältnisse eine beeindruckende Größe und sehr luxuriöse Innenausstattung. Wir verbrachten fast den ganzen restlichen Tag auf dem Schiff.
Auf der Rückfahrt zum Flughafen hatte Eric die grandiose Idee, noch bei Kentucky Fried Chicken zu essen. Er hatte mal irgendwo gehört, dass das gut sein soll. Ich hatte auch nichts gegen die Erweiterung meines persönlichen kulinarischen Horizonts, da ich noch nie dort gegessen hatte. Kristin schien allerdings schon Böses zu ahnen, denn sie sagte keinen Ton dazu. Die erste Schwierigkeit war überhaupt ein KFC zu finden. Normalerweise stehen die Dinger an der Straße wie die Meilenmarkierungen. Aber gerade hier gab es nur andauernd McDonalds, Jack in the Box, El Pollo Loco, Taco Bell, Denny's und Carl's Jr. KFC scheint in LA von der Fast-Food-Kette "Wienerschnitzel" verdrängt worden zu sein. Letzteres war alle halbe Meile zu finden. Als wir dann doch ein KFC erspähten, war ein halsbrecherisches Fahrmanöver erforderlich, um von der linken Spur einer LA-Dorfstraße noch die Einfahrt zu erwischen. Beim Betreten des Lokals wären wir wohl besser gleich vom Anblick der panierten Hühner-Teile umgedreht. Aber es sollte ja angeblich gut schmecken. Nachdem der langwierige und komplizierte Prozess des Bestellens abgeschlossen war, konnte es an die Verkostung gehen. Ich hatte je ein Stück Hühnerbrust und -flügel. Beide schienen größenmäßig wohl eher von einem Schwan zu stammen. Mit den zwei Beilagen sollte einem vollen Magen nichts entgegen stehen ... außer vielleicht der Geschmack. Letzterer war zutiefst widerlich und übertraf sogar noch die Scheibe Fett von Mariposa. Ich hätte nicht gedacht, dass wir kulinarisch noch tiefer fallen können. Aber schlimmer geht's ja bekanntlich immer. Wie können nur Menschen sowas Menschen antuen? Ich esse nur äußerst selten nicht auf. Aber diesmal war es aus Selbstschutzgründen notwendig. Das was ich gegessen habe hat schon gereicht, um mich noch den ganzen restlichen Tag wie nach einem Tauchgang in der Getriebe-Ölwanne der Queen Mary zu fühlen. Ich verstehe nicht, wie Amerikaner einen ganzen Wischeimer voll von den berühmten KFC-Hühnerbeinen verdrücken können bzw. wie sie das überleben. McDonalds ist auf jeden Fall ein Luxusrestaurant dagegen. Also nehmt euch in Acht und esst das nächste Mal euren BigMac mit Genuss!
Queen Mary und ein russisches U-Boot
Nach dem Negativerlebnis schaffte ich Eric und Kristin noch zum Flughafen. Mittlerweile sind sie auch wieder gut in der Heimat angekommen. Ich fuhr noch schnell nach Santa Barbara heim. Nach dem Abgegen des Mietwagens nahm ich den Bus zurück zum Apartment. Der Busfahrer änderte gleich mal noch die Route, um mich vor der Haustür abzusetzen. Sowas kann einem wahrscheinlich nur hier passieren. Endlich angekommen, fiel ich nur noch ins Bett.
Damit gingen drei Wochen Urlaub mit jeder Menge unvergesslicher Erlebnisse zu Ende. Ich fühle mich gut erholt und voller Motivation sowohl für den Großen Beleg als auch für die Vorbereitung der neuen MTB-Saison.

Donnerstag, 6. Januar 2011

Mauna Loa, Wellen und Botanischer Garten

Auf dem Mauna Loa
Als wandertechnischen Höhepunkt unseres Hawaii-Aufenthaltes hatten wir uns den Mauna Loa ausgesucht. Mit 4170 Metern Höhe ist er der zweithöchste Berg der Insel und nur wenige Meter niedriger als der Mauna Kea. Letzterer ist aber vollständig mit dem Auto erreichbar. Da uns das zu einfach war, entschieden wir uns für den Mauna Loa.
Für dessen Besteigung wollten wir eigentlich früh um fünf aufstehen, um nicht in Zeitnot zu kommen. Leider hatte ich beim Stellen der Uhr „am“ und „pm“ verwechselt und Eric hatte den Wecker auch im Halbschlaf ausgedrückt. Somit waren wir immerhin gut ausgeschlafen. Die Anfahrt dauerte auch länger als gedacht. So starteten wir den Aufstieg mit reichlich Verspätung am Mauna Loa Observatorium auf ca. 3300 Metern Höhe. Vegetation gab es dort bereits keine mehr. Der Trail ging kreuz und quer durch verschiedene Typen von Lava. Auf der relativ glatten Pahoehoe-Lava ging es relativ schnell voran. Im Gegensatz dazu war die A’a genannte „Bröckel-Lava“ der reinste Graus. Wir nannten es bald nur noch liebevoll „Kacke“. Es war ein einziges Gestolpere und der Aufstieg war so zäh wie die Lava, aus der A’a normalerweise entsteht. Die Höhe machte uns aufgrund der fehlenden Akklimatisierung zu Schaffen. Ich fühlte mich irgendwie leicht angetrunken, was wohl auf den fehlenden Sauerstoff zurück zu führen war. Als wir den vermeintlichen Gipfel erreichten und uns ein freundlicher älterer Herr erklärte, dass dies noch nicht der höchste Punkt ist, war die Moral von Eric und Kristin dann doch gebrochen. Während sie warteten, legte ich einen „Power-Hike“ ein, um den letzten knappen Kilometer zum Gipfel zu bewältigen. Auf den Pahoehoe-Abschnitten joggte ich, was aber auf über 4000 Metern Höhe schon fast kein Spaß mehr war. Die Belohnung war ein Blick auf die Wolken. Wahrscheinlich würde man auch ohne Wolken nicht viel mehr als das Meer sehen, da der Schildvulkan doch recht flach ist. Immerhin war die Caldera des Mauna Loa recht sehenswert und es lag sogar etwas Schnee. Angetrieben von der immer dicker werdenden Luft absolvierten wir dann den Abstieg in einer Rekordzeit von nur zweieinhalb Stunden und konnten die Rückfahrt dann doch noch vor Einbruch der Dunkelheit antreten. Für Lava-Fans und Geologen ist die Wanderung sicher eine interessante Geschichte, aber uns war es dann doch eine Spur zu eintönig.
Kampf den Wellen!
Zur Erholung wurde der gestrige Tag zum Strandtag deklariert. Wir fuhren ans westliche Ende der Insel in Richtung Kohala zum Hapuna Beach. Auf dem angeblich schönsten Strand der USA war nichts anderes als feinster Sand zu finden. Die Wellen waren an diesem Tag auch nicht von schlechten Eltern. Wenn einen eine dreieinhalb Meter hohe Welle erwischt, weiß man erstmal für die nächsten Sekunden nicht mehr, wo oben und unten ist. Man kann nur die Luft anhalten und warten, bis man wieder „ausgespuckt“ wird. Selbst unten durchtauchen hilft nur bedingt, da dort die Strömung immer noch extrem stark ist. So war es eine echt harte Aufgabe, den Strandbereich, in dem die Wellen brechen, zu überwinden und auf „offene See“ zu gelangen. Wir waren auch so ziemlich die Einzigen, denen das gelang. Draußen angekommen war es dann das perfekte Wellenbad. Von einer Welle drei Meter hochgehoben zu werden hat schon was. Wir fanden auch noch zwei herum treibende Schwimmflossen. Der Besitzer war ein Hawaiianer, der nach Kanada ausgewandert war. Wir fragten ihn nach dem Grund dafür. Schließlich ist das Wetter in Hawaii viel besser. Er erklärte uns, dass Kanada viel besser ist, da man dort besser an Waffen rankommt und man bei Bedarf auch mal einen Schwarzbär abknallen darf. Wir hätten die Flossen wohl doch lieber selber behalten …
Kampf der Kokosnuss!
Nachdem wir unseren Spaß mit den Wellen gehabt hatten, zogen wir weiter in eine einsame Bucht. Nach einer kurzen Wanderung in Flip Flops bzw. Badelatschen über A’a fanden wir einen netten Strand aus schwarzer Lava, den wir für uns allein hatten. Zum Abschluss des Tages wanderten wir noch ein wenig entlang einer Bucht. Wir versuchten uns als Affen und knackten eine frisch vom Baum gefallene Kokosnuss. Ich hätte glatt dagegen gewettet, dass dies möglich ist, aber wir waren sogar vergleichsweise schnell. Die Kokosmilch schmeckte selbst für mich als Kokos-Hasser vergleichsweise gut. Dass ich als Affe tauglich bin, wusste ich allerdings schon vorher. Schließlich ist meine Armspannweite 6 cm größer ist, als meine Körperhöhe (was ich nie für möglich gehalten hätte – man kann sich ganz schön täuschen).
Wir fanden auch noch eine alte Lavaröhre, in der man Baden konnte. Mit Kopflampen ausgestattet, konnten wir sogar ein ganzes Stück ins Innere schwimmen. Danach ging es dann wieder in Richtung Ferienwohnung. Unterwegs speisten wir bei einem allseits empfohlenen Italiener. Wir hatten diesen schon mal einen ganzen Abend lang vergeblich gesucht. Dabei waren wir im Regenwald geendet, da Google-Maps schlicht den falschen Standort anzeigte. Gefunden hatten wir ihn zufällig später an einer meilenweit entfernten Stelle. Das Abendessen war dann aber ein echtes Erlebnis. Schon alleine die dichtest gepackte Anordnung der Tische wäre ein Foto wert gewesen. Als wir alkoholische Getränke bestellen wollten, wurden wir darauf hingewiesen, dass es nur Wasser gibt. Dies kam uns komisch vor, da die Gäste an den Nachbartischen Bier und Wein hatten. Meine Vermutung, dass man hier die Getränke selber mitbringen muss, wurde bestätigt, als die Gäste am Nachbartisch einen Six-Pack unter dem Tisch hervor holten. Wir waren dagegen unvorbereitet und mussten auf Wasser ausweichen. Dies wurde direkt neben unserem Tisch aus einem Wasserhahn gezapft. Wohl bekomms! Da wir die letzten Gäste an diesem Abend waren, gesellte sich der italienische Koch zu uns. Er war ziemlich offensichtlich nicht mehr ganz nüchtern und redete wie ein Buch. Nachdem der Kellner die Fenster und Türen wieder eingehängt und damit das Restaurant geschlossen hatte, gingen wir auch heim. Es war wirklich ein Abendessen mit Erlebniswert. Die Pasta war übrigens für einen besoffenen Koch gar nicht schlecht.
Ein Gecko im botanischen Garten
Heute wollten wir eigentlich zum momentan recht aktiven Pu’u’o’o-Krater wandern. Leider war der Trail aufgrund der vulkanischen Aktivität geschlossen, sodass wir uns eine Alternative ausdenken mussten. So besuchten wir eine im Dickicht verborgene alte Lavaröhre, einige Wasserfälle und einen recht beeindruckenden botanischen Garten.
Morgen Abend geht es dann leider auch schon wieder heim.

Dienstag, 4. Januar 2011

Outlet Stores und Vulkane

Nach unserem Aufenthalt im Yosemite National Park ging es nach San Francisco. Unterwegs statteten wir einem der Tausenden Outlet Center einen Besuch ab. Berichten zufolge sollten Klamotten hier ja ziemlich billig sein. In normalen Geschäften konnten wir das aber bisher nicht feststellen. Hier war der Preisnachlass dafür umso größer. Eine Levi’s Jeans für umgerechnet 30 Euro wird bei uns kaum zu kriegen sein. So war der Kofferraum unseres Mietfahrzeugs nach dem Einkauf beinahe doppelt so voll wie vorher. In Berkeley waren wir dann noch im North-Face-Outlet, da Eric eine Jacke suchte. Das Zeug ist zwar immer noch teuer, aber man zahlt trotzdem im Durchschnitt nur halb so viel wie bei uns. Anschließend machten wir bei der Hotelsuche den fatalen Fehler an einer Kreuzung in San Francisco falsch abzubiegen. Was folgte war eine Irrfahrt im Einbahnstraßen-Labyrinth ohne Ausgang. Wir drehten einige Kreise und brauchten eine ganze Weile um uns frei zu schwimmen. Letztendlich sind wir dann doch noch am Hotel angekommen. Bei der abendlichen Restaurant-Suche wurden wir vom Regen komplett durchgenässt, sodass wir erstmal wieder zum Hotel mussten, um uns umzuziehen.
Alcatraz (Golden Gate Bridge im Hintergrund)
Am nächsten Tag war das Wetter zum Glück besser und wir konnten die Touristenziele von SF „abklappern“ (Alcatraz, Chinatown, Cable-Car-Fahrt, …). Außerdem besichtigten wir ein altes U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg. Dem amerikanischen Stil entsprechend war dieses bedeutend größer und geräumiger als vergleichbare deutsche U-Boote aus dieser Zeit. Auf einen Liberty-Frachtschiff, welches ebenfalls zu besichtigen ist, trauten wir uns nicht, da die Dinger ja gerne mal ohne Vorwarnung untergehen sollen (Maschinenbau-Studenten der TU Dresden wissen Bescheid). Anstatt dessen zogen wir ein relativ zeitiges Abendessen in einem Fischrestaurant vor. Die Portionen waren für amerikanische Verhältnisse popelig, sodass wir nach der Dessert-Karte verlangten. Der Kellner sagte, dass er keine solche hat, uns aber gleich die Desserts zeigen kann. Wir schauten nicht schlecht, als er tatsächlich alle angebotenen Desserts auf einem Riesen-Tablett vorbeibrachte und wir auswählen sollten …
Nachts in SF
Unter Weißwein-Einfluss kauften wir später noch zwei spottbillige Pornobrillen und bekamen noch eine dritte gratis dazu. Kristin freute sich sehr darüber (Ironie). Wir hatten nichtsdestotrotz jede Menge Spaß mit den Teilen den Heimweg in der Dunkelheit zu finden.
Am nächsten Morgen besichtigten wir noch die Golden Gate Bridge während des Sonnenaufgangs und fuhren dann den Highway One Richtung Süden. Unterwegs wäre uns beinahe der Sprit ausgegangen, da die Tankstellen hier rar gesät sind. Als wir schließlich eine fanden, konnten wir der Zapfsäule gerade 0,8 Gallonen entlocken. Danach stand „Thank you for shopping with us“ im Display und jeder weitere Versuch Benzin raus zu bekommen war zwecklos. Aber immerhin reichte es bis zur nächsten Tanke. Beim Versuch, etwas Essbares zu finden, landeten wir erneut in einem Outlet-Center. Wir machten wieder einige Tüten voll (Tommy-Hilfiger Pullover gab’s für umgerechnet sieben Euro) und verplemperten noch mehr Zeit. Endlich in Santa Barbara angekommen vollzogen wir den geplanten Mietwagenwechsel und Eric und Kristin nahmen die Mammutaufgabe in Angriff, die vermehrten Klamotten in ihren Koffern unter zu kriegen. Am nächsten Morgen mussten wir zeitig raus, um auf den Flughafen nach Los Angeles zu fahren. Wir flogen über Honolulu nach Hilo auf Hawaii in Hawaii (das ist inhaltlich und grammatisch richtig, da die Insel auf der wir sind, Hawaii heißt und der Staat auch). Wir holten den Mietwagen ab und fuhren zu unserem Ferienhaus in Pahoa. Nachdem wir die Zahlenkombination für die Schlüsselbox geknackt hatten, konnten wir die ziemlich große Wohnung dann auch betreten. Uns begrüßte sogleich ein Gecko in der Küche. Unter Ausnutzung seiner adhäsiven Fähigkeiten konnte er sich aber gleich wieder verstecken.
Weiterhin war ja auch noch Sylvester. Wir versuchten uns zumindestens bis Mitternacht wach zu halten, was aufgrund des wenigen Schlafs und der zusätzlichen Zeitverschiebung nicht ganz einfach war. Es gelang uns wahrscheinlich nur aufgrund einiger Böller, die in der Umgebung gezündet wurden. Tschechen-Knaller sind ein Scheißdreck dagegen. Es handelte sich hier wohl eher um Handgranaten. Die Fenster wackelten jedenfalls ganz schön.
Baden am 1. Januar ...
Den nächsten Tag gammelten wir an einem Strand mit schwarzem Sand vulkanischen Ursprungs bei 25° C Wasser- und Außentemperatur rum. Wirklich eine sehr angenehme Art- und Weise Neujahr zu verbringen. Abends schauten wir uns noch einen nahe gelegenen Lavastrom an. Dieser bewegte sich im Schneckentempo von einem Fuß pro Minute in Richtung Ozean. Es sieht auch alles ganz anders aus, als man es sich vorstellt. Statt glutrot ist die Oberfläche der Lava eher schwarz und man sieht es nur an einigen wenigen Stellen rot leuchten oder gar schnell fließen. Aber ziemlich warm ist es dort trotzdem gewesen.
Am nächsten Tag schauten wir die Caldera des Kilauea an. Wir besichtigten auch eine Lavaröhre, durch die früher einmal Lava in Richtung Ozean geflossen ist. Abends konnte man dann den Lavasee im Halemaʻumaʻu Krater rot leuchten sehen. Alles sehr beeindruckend.
Lavaröhre
Heute waren wir Schnorcheln und konnten jede Menge bunte Fische, die wir bisher nur aus dem Fernsehen oder Aquarium kannten, beobachten. Abends waren wir nochmals am Lavastrom. Dieser hatte sich nun verlagert und der Weg auf dem wir noch vor zwei Tagen gegangen waren, war nun auch von Lava bedeckt.
Morgen wollen wir das Gebiet um den 4000 Meter hohen Mauna Loa etwas näher erkunden. Wir hoffen auf gutes Wetter. Dieses kann sich hier nämlich binnen Minuten von strahlendem Sonnenschein in sintflutartigen Regen verwandeln.
Leuchten des Lavasees